Wenn die Blume der Freundschaft verwelkt...

Ay Ay, Sir! Mini meldet sich wieder zu Diensten, voll von Freizeitstress erdrückt und von undefinierbaren Muskelkater gepeinigt. Eine Standardausrede? Genau meine Liebe, es ist eine Ausrede, aber in diesem Fall ist es auch eine Ausnahme, weil wie gewöhnlich jede Ausnahme die Regel bestätigt ;)


Und Ausnahmen mach ich auch gerne bei Freunden (damn - dat Übergang) aber nur solange es sich nicht hinzieht und ich am Ende wie im Regen stehen gelassen werde.

So oder so ähnlich lief es mit einer Freundin von mir. Ex-ABF, Seelenverwandte grad 2, eine der Besten - man kann es nennen wie man will - unsere Gedanken waren wie vernetzt. Natürlich kann ich sie nicht wie meine Sister from another Mister behandeln

( sie steht über allem haha) aber es gibt immer wieder Leute, die mehrere richtig sehr gute Freunde haben und zu denen gehöre auch ich.

Normalerweise könnte man sich jetzt auch streiten, ob es wirklich so gute Freunde waren, wenn man schon so viele auf einmal hatte, aber darüber könnte ich wieder einen fetten Roman in einem anderen Blogeintrag ragen und glaub mir - das heben wir uns für später auf ;)

 

*Note: Ab hier wird es wieder ein richtig langer Eintrag. Hol dir einen Tee und mach es dir gemütlich :)

 

 

Es kommt nicht drauf an wie lange wir uns schon kannten, es war eher viel mehr, das, worüber wir reden konnten. Meine Sis from another Mr - kurz T.- ist zwar keine schüchterne kleine Maus, fühlt sich dennoch bei fremden Personen unwohl. Ich kann es zwar nicht verstehen, akzeptiere es aber. Punkt. 

Im Gegensatz dazu konnte ich immer die Freundin mitnehmen, über die es hier geht. Nennen wir sie mal Grace. Grace ist eine wunderschöner Name und eigentlich passt er gar nicht zu ihr aber was soll's. (LOL)

 

Wir hatten einen gleichen Freundeskreis und tendierten immer dazu neue Leute kennenzulernen, um dann am Ende in vielen verschiedenen Freundeskreisen zu landen. Die Zeit war wirklich amüsant. Viel Drama und sehr viel Drama um Boys (Ich war 16 - klein, dumm und naiv - da war jeder Junge gleich eine andere Spezies). Auch wenn ich viele "Freunde" hatte, ich war nicht dumm. Ich wusste ganz genau, dass ich diese Menschen früher oder später nie mehr sehen würde. Abprupter Kontaktabbruch oder hinterhältige Lästerattacken - alles schon miterlebt und überstanden. Aber mein Anker, mein Safepoint, meine Sicherheit, das war Grace. Mit ihr konnte ich alle oberflächlichen Freundschaften nur belächeln. Man musste diese nicht ernst nehmen, denn es kann für ne Weile richtig Spaß machen und wenn die Zeit gekommen war, wird man ihnen keine Tränen nach weinen, weil sie es sowieso nicht wert waren. Darauf baute mein Selbstbewusstsein und so lernten wir über die Jahre einige wirklich extraordinäre Lästerschwestern beziehungsweise Alphaegos, die mir immer die Motivation gaben meine Kinder später richtig zu erziehen. Aber auch sehr interessante Persönlichkeiten, mit denen ich jetzt immer noch Kontakt habe und die, die diese Zeit nicht ganz verschwendet erscheinen lassen.

 

Dann kam es zum Streit. Nunja, hätten wir uns vielleicht angekeift und die Haare rausgerissen, wäre die Situation sogar wahrscheinlich besser gelaufen. Aber ich bin kein Mensch der sich gerne streitet. Und ich kann auch nicht gut streiten. Wenn mir etwas nicht passt, versuche ich es auf eine andere Art zu lösen. Ich ignoriere es oder ich zeige der Person, wie scheiße ich es finde - indem ich mich knapp ausdrücke.

Eine sehr gute Taktik, um den anderen zu nerven. Und eine Taktik, die ich diesmal nicht angewandt habe, weil sie mir zuvor gekommen ist. 

Das war schonmal der erste Punkt, was mich an der ganzen Geschichte gestört hat. Die ganze Zeit über war ich der Depp, der sich dauernd gemeldet und bemüht hat das Drama zu klären, und egal welcher Depp - jeder fühlt sich irgendwann nur noch verloren - in seiner Frust. 

 

Der Auslöser für den Streit ist super lächerlich und ich gebe es auch offen und ehrlich zu - ich war kindisch. Aber ein Streit hat immer zwei Seiten einer Medaille, denn streiten kann man sich nicht alleine. Irgendwann gab sie mir nur noch das Gefühl die Hinterbliebene zu sein. Die, die sich noch ernsthaft Gedanken darüber macht, während sie ihr neues Leben ohne mich anfängt. Die, die noch darüber trauert und sich verrückt macht, diese Freundschaft gerade zu biegen. Diese Zeit tat weh. Und hätte wahrscheinlich immer noch ein bisschen geschmerzt, wenn ich noch an ihr hängen geblieben wäre.

 

Meine Phase der Dunkelheit fing daraufhin an. Vielleicht klingt das so weit hergeholt, aber die Erkenntnis, dass sie einfach ohne mich weitermachte wie bisher, traf mich wie ein Schlag ins Gesicht. Sie rüttelte mich wach, aber erfolglos. Ich war in einer Trance aus Erbitterung und Selbstzweifel. Sie war der Anker meiner ganzen oberflächlichen Freundschaften. Ich hatte zwar auch andere wirkliche sehr gute Freunde (mein anderer Freundeskreis aus meiner Schule, mit denen ich mich immer noch traf - siehe Blogeintrag  hahaha) aber es war nicht mehr dasselbe. Es fehlte etwas und warf mich nur noch weiter in meine Depression. Wir trafen uns einmal und wollten das "Missverständnis" klären, aber nichts war geklärt. Wir versuchten zu schreiben, aber nichts war geschrieben. Smalltalk hin oder her - glaubte sie wirklich, damit könnte sie eine ihrer sogenannten "ABFs" behandeln ? Ignoriert und abgeschoben - so fühlte ich mich. Ich weiß, sie ist auch ein sehr eitler und sturer Mensch, der sich manchmal nicht nur einen sondern mehrere Rücke geben muss, um von seinem bequemen Thron zu steigen, aber ich hatte immer gedacht - beziehungsweise erwartet - dass ich eine Ausnahme wäre. Eine Ausnahme unter Ausnahmen. Eine Ausnahme über Ausnahmen. Aber falsch gedacht.

Ich kann natürlich nicht nachvollziehen, was sie durchgemacht haben musste, denn ich weiß, dass unsere Freundschaft real war. Aber, dass sie durch so einen dummen Streit, eine Kleinigkeit, nicht erwähnenswert und doch so ausschlaggebend, zerbröckeln könnte - konnte - ist immer noch ein wenig unfassbar.

 

Die Zeit war unerträglich. Ich versuchte es zu verdrängen, heulte mich bei allen aus, nervte sie, holte Ratschläge, lachte und versuchte zu überspielen, wollte es vergessen, neu anfangen und abschließen. Es war wie ein teuflischer Kreislauf. Ich lachte und währenddessen verfolgte mich ein kleiner Schatten der Unsicherheit. Meine heil geglaubte Welt zerbröckelte und ich fing an die Menschen mit einem kritischen Blick zu beobachten. Ich fing an meine "Freunde" zu sortieren und sie landete immer noch in der Kategorie Soulmate, mit der ich mich noch versöhnen werde - oder wollte. Das Problem: sie gab mir nicht mehr das Gefühl einer Soulmate. Und so war ich nur noch gestresst. Gestresst von meiner Unsicherheit - Sind wir jetzt noch befreundet oder nicht ? Interessiert es dich noch ? Wollen wir was unternehmen ? Du hast es gesehen aber schreibst nicht mehr zurück ? Soll ich dir schreiben oder will ich meinen Stolz behalten und es versuchen zu ignorieren ? - gestresst von meiner Abhängigkeit, gestresst von dieser "half-assed" Freundschaft, jeder Aufwand schien erfolglos. Ich musste mich mit der Einstellung anfreunden, dass sie von ihrer Seite aus schon längst abgeschlossen hatte. Aber ich konnte nicht. Und das raubte mir jede Energie des Lebens.

 

DIE ZEIT HEILT ALlE WUNDEN.

In meinem Fall aber schien sie einen kleinen Teil vergessen zu haben, als sie mich streifte und die Schmerzen mitnehmen wollte. Allein der Gedanken daran gab mir ein kleines Stechen in der Brust. Ich löschte alle Chatverläufe, wollte mich daran hindern ihr zu schreiben, nur um sie später wieder zu nerven. Ich wollte nicht in Vergessenheit geraten und redete mir ein, dass es nicht mehr weh tat. Es tut nicht weh. Es tut nicht weh. Es tat nicht mehr weh. Mein Mantra, um allen meinen Freunden eine gelassene Mini zu zeigen. Die unabhängige selbstbewusste Mini ist zurück.

Und irgendwann tat es wirklich nicht mehr weh. Ich weiß nicht, ab wann es anfing, weil ich nicht mehr darauf fixiert war. 


Die "half-assed" Freundschaft ging weiter, aber ich erwartete ihre Antwort nicht mehr. Ich hing andererseits dennoch ein bisschen an ihr. Ich wollte es einfach nicht aufgeben. Ein kleiner hartnäckiger Teil in mir schrie noch unaufhörlich und wollte mit ihr Zeit verbringen. Jetzt darüber nachgedacht - waren wir wirklich so gut, dass ich 4 Monate darüber getrauert habe?

Und dann rüttelte mich der eine Satz meiner Freundin auf. Der eine Satz, der nicht mal an mich gerichtet war, sondern an einen guten Kumpel, der noch seinen Herzschmerz überstehen muss.


MANCHE MENSCHEN KANN MAN EINFACH NICHT VERSTEHEN.

Es klickte. Ich bin mir nicht sicher, was genau nun bei mir klickte, aber es passierte einfach. Plötzlich und völlig unerwartet übernahm mich eine ganz andere Perspektive und ich schrieb ihr :"Ich versuchs nicht mehr :)"


Es klickte. Und genau das hatte mir wohl gefehlt. 


Ihre Antwort war zwar ein bisschen bitchy (hahahaha sorry) aber das störte mich nicht mehr weiter. Wir schrieben, schafften es sogar uns zu treffen und redeten nach gefühlten tausend Lichtjahren wieder miteinander (eins von vielen Freizeitstressen, die ich diese Woche hatte haha)


Es war erfrischend, weil ich nicht mehr auf die alte Geschichte verharrt war. Ich hatte auch keine Erwartungen an unser Treffen. Komme was wolle. Ich würde alles hinnehmen. 

Es war lustig, wie früher - unbeschwert und gelassen. Wir tauschten Erfahrungen aus und waren einfach wir selbst. Ich weiß nun, dass es auf jeden Fall nicht mehr so wird wie früher. Unsere Zeit ist vorbei, aber sie war auch eine schöne Zeit. Anstatt ihr hinterherzutrauern, sollte ich melancholisch in ihr schwelgen. 


Ich glaube, dass meine Unsicherheit auf ihr plötzliches Verhalten basiert war. Vielleicht wollte ich einfach den Grund dafür wissen und hing deshalb so lange an ihr. Wer weiß, wer weiß.


HAAAAAACH *Großer fetter langer Seufzer*

Auf jeden Fall wollte ich das schon seit Dienstag reinschreiben - gleich nach dem Treffen haha.


Alles Liebe, Mini

 

What happened ?

 

Site-Updates:

*nachträglich 17.10.15

2 Awards vergeben, neues Layout und passend neuer Linkstuff, neue Seite: Personalities und Charakter hinzugefügt, 2 neue Partner...

 

Life is all about the timing.

 

Audrey ist frei.


Mini fühlt sich befreit.

 


Kommentar schreiben

Kommentare: 3
  • #1

    Ilaine (Sonntag, 18 Oktober 2015 19:29)

    So jetzt komme ich dazu zu antworten. Kunstlehrer sind wirklich so - kein plan, was die genommen haben aber selbst im im Game designer Studium läuft es nicht anders, ich weiß von einer Freundin dass ein Dozent sich darüber tierisch aufgeregt hat, weil die Person im Anime style gearbeitet hat, aber er fand die Entwicklung derbe geil. Ich denke schon das Manga und Anime eine Kunst ist, daher verstehe ich deren Extreme nich und was deren Problem ist. UFF... Meine ehemalige Kunstlehrerin hat auch einmal gesagt dass es pedo sei. D:

    Momentan verfolge ich God eater und dat warst auch, es gibt nicht mehr so viele Animes, die mich vom Hocker reißen. Aktive Mangas verfolge ich eben Tokyo ghoul:re sieht man auch an den scans. Die meisten Animes gehen wirklich nur noch um Menschheit in Zukunft muss überleben und natürlicher Feind und bla... Da wird immer wieder dasselbe Thema durchgekaut aber die Tiefe ist inzwischen einfach verloren gegangen, die ehemalige Animes/Mangas übermittelt haben. Ich sage nur Fullmetall alchemist! Thanks to it my faith in humanity returns ( a lill bit)

    Wegen deiner Story... Gott ich kann mich da irgendwie darin wiederfinden. Es ist zwar eine andere, aber... Ich denke jeder hat solche Erfahrungen mal gemacht. Oder der Schwarm NNNGHH... davon gibt es nur Geschichten, wo ich wie ne Pfeife dastand. Wie war dein Liebesleben, erzähl mal davon, sry dass ich erst jetzt dazu komme zu schreiben. Mein Körper ist so geschafft von der Arbeit, du glaubst das nicht xDDD da will ich einfach nur schlafen und kann ein bisschen tippseln und der Tag ist schon um D:

  • #2

    Laurie (Montag, 19 Oktober 2015 09:28)

    Endlich komme ich auch mal wieder dazu, einen deiner Blogeinträge zu lesen. Das neue Lay sieht übrigens klasse aus <3 Auch der Header gefällt mir (dürfte vllt. nicht Jedermanns Sache sein XD)
    Zu deinen Blogeintrag ... es war intteressant zu lesen. Neben Liebe ist Freundschaft wohl eins der wichtigsten Dinge im Leben. Ich finde mich da zum Teil auch wieder darin. Und am Ende habe ich mir auch gesagt: Ich renne niemanden mehr hinterher und zwinge ihm meine Freundschaft auf. Entweder kommt man mit mir aus oder nicht. Früher hatte ich deswegen große Probleme und es hat lange gedauert, bis ich mich selbst akzeptierte, so wie ich bin.
    Auch jetzt, wo ich seit über 2 Jahren in einer neuen Stadt wohne, ist mein Freundeskreis sehr, sehr gering. Er besteht aus meinen Arbeitskollegen, die ich als Bekannte bezeichnen kann, aber Privat keinen Kontakt pflege und meinen Freund. Mein rettender Anker, in vielerlei Hinsicht. Und da wäre noch meine beste Freundin, die allerdings in einer anderen Stadt wohnt. Da bleibt nur Kontakt via Whatsapp oder Anrufe übrig. Vllt. 1- oder 2 mal im Jahr ein Treffen, wenn es die Zeit erlaubt.
    Ich bin kein kontaktfreudiger Mensch. Mir fällts heute noch schwer, Kontakte zu knüpfen und auf andere zuzugehen. Viel zu sehr hab ich Schiss, das sie mich nicht mögen könnten.

  • #3

    Franzi (Donnerstag, 22 Oktober 2015 10:21)

    Eigentlich bin ich ja nur hier um schnell die Updates für Monsta Café zusammen zu fassen, aber den Eintrag kann ich dann doch nicht kommentarlos zurück lassen.
    Sowas in der Art hatte ich auch schon und auch wenn der Kontakt zu der Freundin wieder da ist, wird das alles nie wieder so wie es ein mal war und "lustiger" weise haben wir so eine Veränderung schon zwei mal hinter uns. Es wurde also irgendwas von "dauernd zusammen sein" zu "öfter" und dann jetzt zu "ab und zu". Die meiste Zeit sehe ich diese Freundin tatsächlich nur auf der Arbeit und auch wenn das jedes mal toll ist und wir stunden verquatschen können, machen wir doch privat kaum noch was. Da ist heute unser Kino Gang glatt ne kleine Ausnahme. Etwas traurig, aber so ist das Leben und auch wenn das komisch klingt, bin ich doch trotzdem immer noch froh diesen Menschen immer noch in meinem Leben zu haben. Auch wenn das nie wieder so eng sein wird wie einst.

SHOUTBOX